In memoriam Horst Sternberg (10.06.1931 - 31.12.2023)

in Bukarest 2013

Unser Vater ist nach einem reichen und erfüllten Leben im Alter von 92 Jahren friedlich eingeschlafen.

Als Flüchtlingskind aus Pommern mit eingeschränkten Entfaltungsmöglichkeiten hat er sich vom Schreiner zum CVJM-Sekretär und dann zum Krankenhausseelsorger weiterentwickelt. Pflichtbewusst, immer im Dienst am Mitmenschen und der Gesellschaft verpflichtet. Fromm und politisch zugleich. Sportbegeistert und am Reisen interessiert. Kritisch gegenüber mancher Entwicklung in seiner Kirche und ihr dennoch fest verbunden, weil er die volkskirchliche Reichweite in die Gesellschaft hinein schätzte.

Uns Kinder hat er in allem gefördert: von der Schule bis zum Sport, musikalisch und im Blick auf den christlichen Glauben. Mir war er vor allem ein Vorbild in der Art und Weise, wie er in anderen Menschen ihr ganz individuelles Potential gesehen und dieses gefördert hat. Voller Zutrauen und Vertrauen, in einer wertschätzenden und motivierenden Weise. Ich habe ein weltoffenes Zuhause erlebt: die Gäste reichten vom afrikanischen YMCA-Sekretär über den kroatischen Gastpriester von St.Stephan in Karlsruhe bis hin zum weissrussischen Studierenden am KIT und schließlich zu unseren syrischen „Patenkindern“ Beyaz und Omar.

Im Ruhestand hat er sich gemeinsam mit meiner Mutter vor allem für Ältere und bedürftige Menschen in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Bukarest eingesetzt.

Die zunehmende Demenz war für ihn und uns alle eine schwere Last. Wir sind froh, dass sein Leiden zeitlich begrenzt war.

Als Grundtenor seines Lebens schrieb er selbst: „Alles ist Gnade und Liebe, was ich in meinem Leben erfuhr. Weitergeben konnte ich nur, was ich vorher empfing. Darum soll an meinem Grab Gott gelobt werden!“


Hier findet sich die Predigt von Pfarrer Theo Berggötz bei der Trauerfeier. Und das ist der Nachruf von Pfarrerin Ulrike Rau.

Meine Worte beim anschließenden Beisammensein stehen hier: Worte von Torsten Sternberg.


... einige Bilder: